Länder-Guide · Aktualisiert Juni 2026

E-Rechnung Frankreich: Factur-X, Pflicht ab 2026, Pflichtfelder

Frankreich macht die strukturierte B2B-E-Rechnung ab 1. September 2026 verpflichtend. Ab diesem Datum muss jedes Unternehmen E-Rechnungen empfangen können, große und mittlere Unternehmen müssen sie auch ausstellen. Das übliche Format ist Factur-X, übertragen wird über eine zugelassene Plattform (PA), nicht mehr über das staatliche Portal.

TL;DR

Stichtag 1.9.2026: empfangen müssen alle, ausstellen müssen große und mittlere Unternehmen. Kleine und Kleinstunternehmen stellen ab 1.9.2027 aus. Format: Factur-X (PDF plus CII-XML), alternativ UBL oder CII. Versand läuft über eine PA, da das PPF seit Oktober 2024 keine Plattform mehr betreibt. Vera erzeugt die Factur-X-Datei, die Übertragung über eine PA kommt separat dazu.

Ist die E-Rechnung in Frankreich Pflicht?

Ja, gestaffelt nach Unternehmensgröße. Die Reform steht in Art. 26 des Finanzgesetzes 2024 und wird von der DGFiP (Direction générale des Finances publiques) umgesetzt. Der entscheidende Punkt: die Empfangspflicht trifft ab dem ersten Stichtag jedes Unternehmen gleichzeitig, die Ausstellungspflicht kommt in zwei Stufen.

DatumPflichtWer betroffen
1.9.2026EmpfangenAlle Unternehmen
1.9.2026AusstellenGroße und mittlere Unternehmen (ETI)
1.9.2027AusstellenKleine Unternehmen (PME) und Kleinstunternehmen
Wichtig: Die genaue Größeneinteilung (ETI gegenüber PME) richtet sich nach den französischen Schwellen für Umsatz und Mitarbeiterzahl. Wenn du im Grenzbereich liegst, prüfe deine Einstufung mit deinem Steuerberater, bevor du dich auf 2026 oder 2027 verlässt.

Welches Format gilt?

Frankreich akzeptiert die drei EN-16931-konformen Syntaxen: Factur-X, UBL und CII. Factur-X ist das verbreitetste Profil. Es ist ein Hybrid aus einer sichtbaren PDF und einem eingebetteten CII-XML, sodass Menschen die Rechnung lesen und Empfangssysteme die Daten automatisch verarbeiten.

PPF, PA und e-reporting

Die Architektur hat sich Ende 2024 geändert. Ursprünglich sollte das staatliche Portal (PPF, Portail Public de Facturation) selbst Rechnungen versenden und empfangen. Am 15. Oktober 2024 hat die DGFiP entschieden, dass das PPF diese Rolle nicht übernimmt. Es führt jetzt nur noch das Empfänger-Verzeichnis und sammelt die Steuerdaten.

Versenden, Empfangen und Melden laufen über eine zugelassene private Plattform. Diese hieß bis Juli 2025 PDP (Plateforme de Dématérialisation Partenaire) und seitdem PA (Plateforme Agréée). Die Rolle ist gleich geblieben.

Getrennt von der E-Rechnung gibt es das e-reporting: für B2C-Umsätze und grenzüberschreitende Transaktionen meldest du Transaktionsdaten an die Verwaltung, auch wenn keine strukturierte B2B-Rechnung anfällt.

Wichtig: Vera erzeugt die Factur-X-Datei, ist aber keine PA. Für den eigentlichen Versand an einen französischen Empfänger brauchst du zusätzlich eine zugelassene Plattform. Wir behaupten nicht, im französischen Netz zu übertragen.

Pflichtfelder für Frankreich

Über die EN-16931-Pflichtfelder hinaus achtet das französische Profil besonders auf die Identifikation der Parteien per SIREN/SIRET und die Käufer-USt-IdNr.

FeldPflichtHinweis
SIRET / SIREN (Verkäufer)JaRouting über das PPF-Verzeichnis. Scheme-ID 0009 im EndpointID.
Käufer-USt-IdNr (TVA)JaFranzösische TVA-Nummer des Empfängers, am Rechnungsdatum gültig.
Käufer-SIRENEmpfohlenEindeutige Zuordnung des Empfängers im B2B-Fall.
Factur-X-ProfilJaMindestens das Profil EN 16931 (nicht nur MINIMUM oder BASIC WL).

Häufige Fehler

Häufige Fragen

Ab wann ist die E-Rechnung in Frankreich Pflicht?

Ab 1. September 2026 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können, und große sowie mittlere Unternehmen müssen sie ausstellen. Kleine und Kleinstunternehmen müssen ab 1. September 2027 ausstellen.

Welches Format gilt in Frankreich?

Zulässig sind die EN-16931-konformen Formate Factur-X (Hybrid aus PDF und CII-XML), UBL und CII. Factur-X ist das in Frankreich am weitesten verbreitete Profil.

Was ist der Unterschied zwischen PPF und PA?

Das PPF führt seit Oktober 2024 nur noch das Empfänger-Verzeichnis und ist der Daten-Hub der Steuerverwaltung. Versenden, Empfangen und Melden läuft über eine zugelassene private Plattform, die PA (bis Juli 2025 PDP genannt).

Reicht eine PDF-Rechnung in Frankreich noch?

Nein. Ab dem jeweiligen Stichtag muss die Rechnung strukturiert sein und über eine PA laufen. Eine reine PDF ohne strukturierte Daten erfüllt die Pflicht nicht.

Übermittelt Vera meine Rechnung an die französische Verwaltung?

Nein. Vera erzeugt die Factur-X-Datei nach EN 16931 und validiert sie vor dem Download. Die Übertragung über eine PA ist ein separater Dienst, den du zusätzlich brauchst.

Factur-X für Frankreich aus dem Browser

Vera erzeugt die Factur-X-Datei nach EN 16931, mit SIRET und Käufer-TVA, validiert vor dem Download. Den Versand über deine PA hängst du danach an.

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