Leitfaden · Aktualisiert Mai 2026

DATEV EXTF v13: Aufbau, Pflichtfelder und die Fehler die jeden Import sprengen

Wer dem Steuerberater Daten übergibt, kommt am EXTF-Format nicht vorbei. Header-Zeile, Buchungsstapel, SKR03 oder SKR04, ISO-8859-1 oder UTF-8. Ein einziges falsches Zeichen reicht und der DATEV-Import scheitert. Was wirklich drin sein muss und wo die typischen Fallen liegen.

TL;DR EXTF ist DATEVs CSV-basiertes Austauschformat. v13 (aktuell) hat zwei Zeilen-Typen: eine Header-Zeile mit Metadaten (Beraternummer, Mandantennummer, Wirtschaftsjahresbeginn, Format-Version) und Body-Zeilen mit den eigentlichen Buchungen. Trennzeichen ist Semikolon, String-Quotation ist doppelter Quote, Encoding ist klassisch ISO-8859-1. Pflichtfelder pro Buchung sind Umsatz, Soll/Haben-Kennzeichen, Konto, Gegenkonto, Belegdatum. SKR03 und SKR04 sind unterschiedliche Kontenrahmen, beide gültig, aber pro Mandant nur einer.

Was ist DATEV EXTF v13?

EXTF steht für „Externes Format" und ist DATEVs offizielles CSV-basiertes Austauschformat für Buchhaltungs- und Stammdaten. Es wird genutzt, wenn Daten aus einem Vorsystem (Faktura-Tool, Online-Shop, ERP, Kassensystem) in die DATEV-Buchführung des Steuerberaters überführt werden sollen.

Die Version v13 ist der aktuelle Stand seit Juli 2017 und wird von DATEV regelmäßig in kleineren Revisionen gepflegt. Die Format-Spezifikation findest du im DATEV-Developer-Portal sowie als technisches Dokument im DATEV Help-Center.

EXTF kann mehrere Datentypen transportieren: Buchungsstapel (am häufigsten), Stammdaten (Konten, Debitoren, Kreditoren), Wiederkehrende Buchungen, Zahlungsbedingungen. Jede dieser Kategorien hat ihr eigenes Spaltenschema. Im Alltag begegnest du meist dem Buchungsstapel (Format-Kategorie 21).

Wer braucht EXTF und wann?

EXTF braucht jeder, der ohne direkte DATEV-Software-Integration Daten an den Steuerberater übergibt. Typische Szenarien:

Der Vorteil gegenüber PDF-Übergabe: keine manuelle Erfassung beim Steuerberater. Der Import dauert Sekunden statt Stunden. Das senkt den Aufwand und die Fehlerquote spürbar, allerdings nur wenn die EXTF-Datei formal sauber ist. Eine fehlerhafte Datei wird vom DATEV-Importer komplett abgelehnt, kein Mischimport, kein Teilimport.

Aufbau einer EXTF-Datei

Eine EXTF-Datei ist eine CSV-Datei mit zwei klar getrennten Zeilen-Bereichen:

  1. Zeile 1 (Header): Metadaten zur Datei, Wirtschaftsjahr, Beraternummer, Mandantennummer.
  2. Zeile 2 (Spaltenüberschriften): Bezeichnung jeder Spalte, klärt die Spaltenreihenfolge.
  3. Zeilen 3 bis N (Body): Die eigentlichen Buchungen, eine pro Zeile.
Beispiel einer EXTF-v13-Datei
"EXTF";700;21;"Buchungsstapel";12;20260521120000;;"RE";"Vera";;1207890;12345;20260101;4;20260101;20260131;"Mai 2026";"VG";1;0;0;"EUR";;;;;;;;
"Umsatz (ohne Soll/Haben-Kz)";"Soll/Haben-Kennzeichen";"WKZ Umsatz";"Kurs";"Basis-Umsatz";...
119,00;"S";"EUR";;;;;1400;8400;"";20260521;"RE-2026-0042";"Beratung Mai";...

Das Trennzeichen ist Semikolon, Strings werden in doppelten Anführungszeichen geklammert, Dezimaltrennung ist Komma. Datumsangaben sind achtstellig im Format YYYYMMDD ohne Trennzeichen.

Die Header-Zeile hat 26 Felder. Die wichtigsten:

FeldPositionPflicht / Wert
DATEV-Format-Kennung1Konstant "EXTF"
Versionsnummer2700 für EXTF v7 (gilt für v13-Datenstruktur)
Format-Kategorie321 für Buchungsstapel, 16 für Debitoren/Kreditoren, andere für weitere Datentypen
Formatname4"Buchungsstapel"
Format-Version512 für EXTF v13
Erzeugt am6Zeitstempel YYYYMMDDHHMMSS
Beraternummer117-stellig, vom Steuerberater vergeben
Mandantennummer123- bis 5-stellig, pro Berater eindeutig
Wirtschaftsjahresbeginn13YYYYMMDD, meist 1. Januar
Sachkontenlänge144 bis 8, üblich 4 (SKR03/04 ab v2017)
Datum von / bis15 / 16Zeitraum der Buchungen YYYYMMDD
Bezeichnung17Klartextname des Stapels, z.B. "Mai 2026"
Diktatkürzel18Initialen des Erfassers
Buchungstyp191 für Finanzbuchhaltung, 2 für Lohn (gibt es weitere)
Festschreibung210 oder 1 - 1 bedeutet sofort festgeschrieben
WKZ Mandant22Hauswährung, z.B. "EUR"
Häufige Stolperfalle: Beraternummer und Mandantennummer müssen exakt mit den Werten übereinstimmen, die der Steuerberater in DATEV pflegt. Stimmt nur eines, lehnt DATEV den Import komplett ab. Hol dir beide Werte vor dem ersten Export schriftlich vom Steuerberater. Ein Tippfehler kostet eine Stunde und ein Telefonat.

Die Buchungsstapel-Zeilen

Jede Body-Zeile ist eine einzelne Buchung mit über 100 möglichen Spalten, von denen 5 echte Pflichtfelder sind:

SpaltePositionInhalt
Umsatz1Brutto-Betrag positiv mit Komma, z.B. 119,00
Soll/Haben-Kennzeichen2S oder H, bestimmt die Buchungsrichtung
Konto7Sachkonto laut SKR03 oder SKR04
Gegenkonto8Gegen-Sachkonto
Belegdatum11YYYYMMDD

Optional aber dringend empfohlen:

SKR03 vs SKR04

DATEV pflegt zwei Standard-Kontenrahmen für die deutsche Buchführung. Beide sind gültig, aber pro Mandant kann nur einer aktiv sein.

AspektSKR03SKR04
GliederungsprinzipProzessgliederung nach GeschäftsfunktionenAbschlussgliederung nach HGB § 266
AnwenderMittelstand klassisch, GewerbeNeuere Unternehmen, Konzerne, IFRS-Nähe
Bargeld-Konto10001600
Bank-Konto12001800
Erlöse 19 % USt84004400
Erlöse innergem. Lieferung81254125
Wareneinkauf 19 % USt34005400
USt 19 %17763806
Vorsteuer 19 %15761406
Verbindlichkeiten16103300
Forderungen14001200

In der EXTF-Datei selbst gibt es kein Feld für „SKR03 oder SKR04". Die Konten-Nummern in den Spalten 7 (Konto) und 8 (Gegenkonto) müssen mit dem im DATEV-Mandanten hinterlegten Kontenrahmen übereinstimmen. Wer den falschen Rahmen verwendet, bekommt unverständliche Importfehler oder Buchungen in den falschen Konten.

Vor dem ersten EXTF-Export immer beim Steuerberater nachfragen: SKR03 oder SKR04? Sachkontenlänge 4-, 5-, 6-, 7- oder 8-stellig? Wirtschaftsjahresbeginn (manchmal nicht 1.1.)? Die drei Antworten verhindern 90 % der typischen Import-Probleme.

Encoding und Zeichensatz

DATEV erwartet die EXTF-Datei klassisch in ISO-8859-1 (Latin-1), in manchen Versionen auch ANSI / Windows-1252. Beide sind funktional gleichwertig für deutsche Texte.

Neuere DATEV-Versionen (ab DATEV Rechnungswesen pro 12.0) unterstützen auch UTF-8, aber nicht alle DATEV-Module sind aktualisiert. Wer auf der sicheren Seite sein will, exportiert in ISO-8859-1.

Typische Encoding-Probleme:

Die häufigsten Fehler beim Export

Aus produktiven Steuerberater-Übergaben kommen diese fünf Fehler immer wieder:

  1. Mandantennummer / Beraternummer falsch. Häufigste Ursache für komplett abgelehnte Imports. Vor jedem Export sicherstellen, dass die Werte mit dem aktuellen DATEV-Mandanten übereinstimmen.
  2. Falscher Kontenrahmen. SKR03-Konten gegen ein SKR04-Mandanten importiert oder umgekehrt. Erkennt man daran, dass alle Buchungen in „Sammelkonten" oder „nicht zugeordneten Konten" landen.
  3. Negative Umsätze. Spalte 1 (Umsatz) muss positiv sein. Stornos und Negativbeträge werden über das Soll/Haben-Kennzeichen abgebildet, nicht über Vorzeichen.
  4. Encoding-Mismatch. UTF-8 ohne dass DATEV-Import auf UTF-8 eingestellt ist. Umlaute werden falsch interpretiert.
  5. Datums-Format inkonsistent. Mal YYYYMMDD, mal DD.MM.YYYY, mal MMTT.JJJJ. DATEV erwartet strikt YYYYMMDD ohne Trennzeichen.

Welche Tools schreiben EXTF v13?

Die meisten ernsthaften Buchhaltungs- und Faktura-Tools können EXTF exportieren. Unterschiede liegen in der Konfigurierbarkeit (lässt sich Beraternummer / Mandantennummer ohne Workaround setzen?), in der Vollständigkeit (werden alle Spalten gefüllt oder nur die Pflichtfelder?) und im Encoding-Handling.

Häufige Fragen

Was ist das DATEV-EXTF-Format?

EXTF (Externes Format) ist DATEVs CSV-basiertes Austauschformat für Buchhaltungs- und Stammdaten. Es wird genutzt, um Daten aus Vorsystemen wie Online-Shops, Faktura-Tools oder ERP-Systemen in die DATEV-Buchführung des Steuerberaters einzuspielen. Aktuelle Version ist v13.

Was ist der Unterschied zwischen SKR03 und SKR04?

Beide sind DATEV-Kontenrahmen für die deutsche Buchführung. SKR03 ordnet Konten nach betrieblichen Funktionen (Prozessgliederung), SKR04 folgt der Gliederung der Handelsbilanz nach HGB §266 (Abschlussgliederung). SKR04 ist näher an IFRS und wird oft von neueren Unternehmen genutzt. Welcher genutzt wird, entscheidet der Steuerberater.

Welche Felder sind in der Header-Zeile Pflicht?

Pflicht sind: EXTF-Versionsnummer (z.B. 700), Format-Kategorie (21 für Buchungsstapel), Format-Name, Format-Version (12 für EXTF v13), Beraternummer, Mandantennummer, Wirtschaftsjahresbeginn, Sachkontenlänge, Datum von, Datum bis, Bezeichnung, Diktatkürzel, Buchungstyp, Festschreibung-Flag und WKZ Mandant.

In welchem Encoding muss eine EXTF-Datei vorliegen?

DATEV erwartet standardmäßig ISO-8859-1 (Latin-1, auch ANSI/Windows-1252 toleriert). UTF-8 wird von neueren DATEV-Versionen unterstützt, ist aber nicht überall garantiert. Wer Sonderzeichen wie Umlaute oder Eurosymbole nutzt, sollte ISO-8859-1 verwenden.

Wie wird die Umsatzsumme im EXTF eingetragen?

Spalte 1 (Umsatz) enthält den Brutto-Betrag als positive Dezimalzahl mit Komma als Dezimaltrenner (z.B. 119,00). Das Vorzeichen ergibt sich aus Spalte 2 (Soll/Haben-Kennzeichen): S für Sollbuchung, H für Habenbuchung. Negative Werte in Spalte 1 sind unzulässig.

Was passiert wenn die Beraternummer oder Mandantennummer falsch ist?

Die DATEV-Software ordnet die Buchungen anhand von Berater- und Mandantennummer dem korrekten Mandanten zu. Stimmt eine der beiden nicht, lehnt DATEV den Import komplett ab oder importiert in den falschen Mandanten. Die Werte müssen exakt mit denen übereinstimmen, die der Steuerberater in DATEV pflegt.

Brauche ich für EXTF-Export eine DATEV-Lizenz?

Nein. Das EXTF-Format ist von DATEV als offene Spezifikation veröffentlicht. Jedes Tool darf EXTF-Dateien erstellen, ohne DATEV-Lizenz zu zahlen. Nur der Import-seitig (also beim Steuerberater) wird DATEV-Software benötigt. Vera erstellt EXTF-Dateien aus E-Rechnungs-Daten heraus, ohne dass du eine DATEV-Software brauchst.

DATEV-Export ohne DATEV-Software

Vera erstellt EXTF-Dateien direkt aus deinen Rechnungen. Du gibst Beraternummer und Mandantennummer einmal ein, der Rest läuft automatisch.

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