DATEV EXTF v13: Aufbau, Pflichtfelder und die Fehler die jeden Import sprengen
Wer dem Steuerberater Daten übergibt, kommt am EXTF-Format nicht vorbei. Header-Zeile, Buchungsstapel, SKR03 oder SKR04, ISO-8859-1 oder UTF-8. Ein einziges falsches Zeichen reicht und der DATEV-Import scheitert. Was wirklich drin sein muss und wo die typischen Fallen liegen.
Was ist DATEV EXTF v13?
EXTF steht für „Externes Format" und ist DATEVs offizielles CSV-basiertes Austauschformat für Buchhaltungs- und Stammdaten. Es wird genutzt, wenn Daten aus einem Vorsystem (Faktura-Tool, Online-Shop, ERP, Kassensystem) in die DATEV-Buchführung des Steuerberaters überführt werden sollen.
Die Version v13 ist der aktuelle Stand seit Juli 2017 und wird von DATEV regelmäßig in kleineren Revisionen gepflegt. Die Format-Spezifikation findest du im DATEV-Developer-Portal sowie als technisches Dokument im DATEV Help-Center.
EXTF kann mehrere Datentypen transportieren: Buchungsstapel (am häufigsten), Stammdaten (Konten, Debitoren, Kreditoren), Wiederkehrende Buchungen, Zahlungsbedingungen. Jede dieser Kategorien hat ihr eigenes Spaltenschema. Im Alltag begegnest du meist dem Buchungsstapel (Format-Kategorie 21).
Wer braucht EXTF und wann?
EXTF braucht jeder, der ohne direkte DATEV-Software-Integration Daten an den Steuerberater übergibt. Typische Szenarien:
- Du nutzt ein Faktura-Tool oder Online-Shop und der Steuerberater bucht in DATEV. Statt PDF-Rechnungen schickst du monatlich oder quartalsweise einen Buchungsstapel als EXTF-Datei.
- Du betreibst einen Amazon-, Shopify- oder Etsy-Shop. Die Transaktionsdaten exportierst du als EXTF, der Steuerberater importiert sie in einem Schritt.
- Du nutzt eine REST-API von Stripe, PayPal oder ähnlichem. Die Bewegungen werden über ein Tool wie Vera in EXTF gewandelt.
- Du hast einen Rechnungsausgang-Prozess in deinem ERP, aber keine direkte DATEV-Schnittstelle. EXTF ist die universelle Brücke.
Der Vorteil gegenüber PDF-Übergabe: keine manuelle Erfassung beim Steuerberater. Der Import dauert Sekunden statt Stunden. Das senkt den Aufwand und die Fehlerquote spürbar, allerdings nur wenn die EXTF-Datei formal sauber ist. Eine fehlerhafte Datei wird vom DATEV-Importer komplett abgelehnt, kein Mischimport, kein Teilimport.
Aufbau einer EXTF-Datei
Eine EXTF-Datei ist eine CSV-Datei mit zwei klar getrennten Zeilen-Bereichen:
- Zeile 1 (Header): Metadaten zur Datei, Wirtschaftsjahr, Beraternummer, Mandantennummer.
- Zeile 2 (Spaltenüberschriften): Bezeichnung jeder Spalte, klärt die Spaltenreihenfolge.
- Zeilen 3 bis N (Body): Die eigentlichen Buchungen, eine pro Zeile.
"EXTF";700;21;"Buchungsstapel";12;20260521120000;;"RE";"Vera";;1207890;12345;20260101;4;20260101;20260131;"Mai 2026";"VG";1;0;0;"EUR";;;;;;;; "Umsatz (ohne Soll/Haben-Kz)";"Soll/Haben-Kennzeichen";"WKZ Umsatz";"Kurs";"Basis-Umsatz";... 119,00;"S";"EUR";;;;;1400;8400;"";20260521;"RE-2026-0042";"Beratung Mai";...
Das Trennzeichen ist Semikolon, Strings werden in doppelten Anführungszeichen geklammert, Dezimaltrennung ist Komma. Datumsangaben sind achtstellig im Format YYYYMMDD ohne Trennzeichen.
Die Header-Zeile im Detail
Die Header-Zeile hat 26 Felder. Die wichtigsten:
| Feld | Position | Pflicht / Wert |
|---|---|---|
| DATEV-Format-Kennung | 1 | Konstant "EXTF" |
| Versionsnummer | 2 | 700 für EXTF v7 (gilt für v13-Datenstruktur) |
| Format-Kategorie | 3 | 21 für Buchungsstapel, 16 für Debitoren/Kreditoren, andere für weitere Datentypen |
| Formatname | 4 | "Buchungsstapel" |
| Format-Version | 5 | 12 für EXTF v13 |
| Erzeugt am | 6 | Zeitstempel YYYYMMDDHHMMSS |
| Beraternummer | 11 | 7-stellig, vom Steuerberater vergeben |
| Mandantennummer | 12 | 3- bis 5-stellig, pro Berater eindeutig |
| Wirtschaftsjahresbeginn | 13 | YYYYMMDD, meist 1. Januar |
| Sachkontenlänge | 14 | 4 bis 8, üblich 4 (SKR03/04 ab v2017) |
| Datum von / bis | 15 / 16 | Zeitraum der Buchungen YYYYMMDD |
| Bezeichnung | 17 | Klartextname des Stapels, z.B. "Mai 2026" |
| Diktatkürzel | 18 | Initialen des Erfassers |
| Buchungstyp | 19 | 1 für Finanzbuchhaltung, 2 für Lohn (gibt es weitere) |
| Festschreibung | 21 | 0 oder 1 - 1 bedeutet sofort festgeschrieben |
| WKZ Mandant | 22 | Hauswährung, z.B. "EUR" |
Die Buchungsstapel-Zeilen
Jede Body-Zeile ist eine einzelne Buchung mit über 100 möglichen Spalten, von denen 5 echte Pflichtfelder sind:
| Spalte | Position | Inhalt |
|---|---|---|
| Umsatz | 1 | Brutto-Betrag positiv mit Komma, z.B. 119,00 |
| Soll/Haben-Kennzeichen | 2 | S oder H, bestimmt die Buchungsrichtung |
| Konto | 7 | Sachkonto laut SKR03 oder SKR04 |
| Gegenkonto | 8 | Gegen-Sachkonto |
| Belegdatum | 11 | YYYYMMDD |
Optional aber dringend empfohlen:
- Belegfeld 1 (Spalte 9): Rechnungsnummer oder Beleg-Referenz
- Buchungstext (Spalte 14): Klartext, was wurde gebucht
- BU-Schlüssel (Spalte 3): DATEVs Steuerschlüssel-Kürzel für Umsatzsteuer-Verrechnung. Ohne BU-Schlüssel muss der Steuerberater den Steuerbetrag manuell prüfen.
- Skonto-Betrag und Skonto-Kennzeichen (Spalten 17 - 18): bei Skonto-Abzügen
- Kostenstelle 1 und 2 (Spalten 21 - 22): wenn der Mandant Kostenstellen führt
SKR03 vs SKR04
DATEV pflegt zwei Standard-Kontenrahmen für die deutsche Buchführung. Beide sind gültig, aber pro Mandant kann nur einer aktiv sein.
| Aspekt | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Gliederungsprinzip | Prozessgliederung nach Geschäftsfunktionen | Abschlussgliederung nach HGB § 266 |
| Anwender | Mittelstand klassisch, Gewerbe | Neuere Unternehmen, Konzerne, IFRS-Nähe |
| Bargeld-Konto | 1000 | 1600 |
| Bank-Konto | 1200 | 1800 |
| Erlöse 19 % USt | 8400 | 4400 |
| Erlöse innergem. Lieferung | 8125 | 4125 |
| Wareneinkauf 19 % USt | 3400 | 5400 |
| USt 19 % | 1776 | 3806 |
| Vorsteuer 19 % | 1576 | 1406 |
| Verbindlichkeiten | 1610 | 3300 |
| Forderungen | 1400 | 1200 |
In der EXTF-Datei selbst gibt es kein Feld für „SKR03 oder SKR04". Die Konten-Nummern in den Spalten 7 (Konto) und 8 (Gegenkonto) müssen mit dem im DATEV-Mandanten hinterlegten Kontenrahmen übereinstimmen. Wer den falschen Rahmen verwendet, bekommt unverständliche Importfehler oder Buchungen in den falschen Konten.
Encoding und Zeichensatz
DATEV erwartet die EXTF-Datei klassisch in ISO-8859-1 (Latin-1), in manchen Versionen auch ANSI / Windows-1252. Beide sind funktional gleichwertig für deutsche Texte.
Neuere DATEV-Versionen (ab DATEV Rechnungswesen pro 12.0) unterstützen auch UTF-8, aber nicht alle DATEV-Module sind aktualisiert. Wer auf der sicheren Seite sein will, exportiert in ISO-8859-1.
Typische Encoding-Probleme:
- UTF-8-Datei wird als ISO-8859-1 importiert. Umlaute wie „ü" werden zu „ü" oder ähnlichen Mojibake-Sequenzen.
- BOM (Byte Order Mark) am Dateianfang. UTF-8-BOM-Bytes EF BB BF stören manche DATEV-Importer. Lösung: ohne BOM speichern.
- Sonderzeichen wie „€" werden in der einen Codepage anders kodiert als in der anderen. ISO-8859-15 enthält Euro, ISO-8859-1 nicht. Wer Euro-Symbole exportiert, sollte ISO-8859-15 oder Windows-1252 wählen.
Die häufigsten Fehler beim Export
Aus produktiven Steuerberater-Übergaben kommen diese fünf Fehler immer wieder:
- Mandantennummer / Beraternummer falsch. Häufigste Ursache für komplett abgelehnte Imports. Vor jedem Export sicherstellen, dass die Werte mit dem aktuellen DATEV-Mandanten übereinstimmen.
- Falscher Kontenrahmen. SKR03-Konten gegen ein SKR04-Mandanten importiert oder umgekehrt. Erkennt man daran, dass alle Buchungen in „Sammelkonten" oder „nicht zugeordneten Konten" landen.
- Negative Umsätze. Spalte 1 (Umsatz) muss positiv sein. Stornos und Negativbeträge werden über das Soll/Haben-Kennzeichen abgebildet, nicht über Vorzeichen.
- Encoding-Mismatch. UTF-8 ohne dass DATEV-Import auf UTF-8 eingestellt ist. Umlaute werden falsch interpretiert.
- Datums-Format inkonsistent. Mal YYYYMMDD, mal DD.MM.YYYY, mal MMTT.JJJJ. DATEV erwartet strikt YYYYMMDD ohne Trennzeichen.
Welche Tools schreiben EXTF v13?
Die meisten ernsthaften Buchhaltungs- und Faktura-Tools können EXTF exportieren. Unterschiede liegen in der Konfigurierbarkeit (lässt sich Beraternummer / Mandantennummer ohne Workaround setzen?), in der Vollständigkeit (werden alle Spalten gefüllt oder nur die Pflichtfelder?) und im Encoding-Handling.
- DATEV Unternehmen Online, sevDesk, Lexware: alle bieten Export. Setup beim ersten Mal aufwendig, danach automatisch.
- SAP Business One: über DATEV-Add-on, Lizenz-pflichtig.
- Vera: erstellt EXTF-Dateien direkt aus deinen E-Rechnungen mit deinen Stammdaten (Beraternummer, Mandantennummer, SKR-Wahl). Validiert Pflichtfelder vor dem Download. Keine Buchhaltungs-Migration nötig.
- Eigene Export-Skripte: technisch möglich, aber Spec ist 60+ Seiten lang, und bei jedem DATEV-Update musst du den Parser nachpflegen.
Häufige Fragen
Was ist das DATEV-EXTF-Format?
EXTF (Externes Format) ist DATEVs CSV-basiertes Austauschformat für Buchhaltungs- und Stammdaten. Es wird genutzt, um Daten aus Vorsystemen wie Online-Shops, Faktura-Tools oder ERP-Systemen in die DATEV-Buchführung des Steuerberaters einzuspielen. Aktuelle Version ist v13.
Was ist der Unterschied zwischen SKR03 und SKR04?
Beide sind DATEV-Kontenrahmen für die deutsche Buchführung. SKR03 ordnet Konten nach betrieblichen Funktionen (Prozessgliederung), SKR04 folgt der Gliederung der Handelsbilanz nach HGB §266 (Abschlussgliederung). SKR04 ist näher an IFRS und wird oft von neueren Unternehmen genutzt. Welcher genutzt wird, entscheidet der Steuerberater.
Welche Felder sind in der Header-Zeile Pflicht?
Pflicht sind: EXTF-Versionsnummer (z.B. 700), Format-Kategorie (21 für Buchungsstapel), Format-Name, Format-Version (12 für EXTF v13), Beraternummer, Mandantennummer, Wirtschaftsjahresbeginn, Sachkontenlänge, Datum von, Datum bis, Bezeichnung, Diktatkürzel, Buchungstyp, Festschreibung-Flag und WKZ Mandant.
In welchem Encoding muss eine EXTF-Datei vorliegen?
DATEV erwartet standardmäßig ISO-8859-1 (Latin-1, auch ANSI/Windows-1252 toleriert). UTF-8 wird von neueren DATEV-Versionen unterstützt, ist aber nicht überall garantiert. Wer Sonderzeichen wie Umlaute oder Eurosymbole nutzt, sollte ISO-8859-1 verwenden.
Wie wird die Umsatzsumme im EXTF eingetragen?
Spalte 1 (Umsatz) enthält den Brutto-Betrag als positive Dezimalzahl mit Komma als Dezimaltrenner (z.B. 119,00). Das Vorzeichen ergibt sich aus Spalte 2 (Soll/Haben-Kennzeichen): S für Sollbuchung, H für Habenbuchung. Negative Werte in Spalte 1 sind unzulässig.
Was passiert wenn die Beraternummer oder Mandantennummer falsch ist?
Die DATEV-Software ordnet die Buchungen anhand von Berater- und Mandantennummer dem korrekten Mandanten zu. Stimmt eine der beiden nicht, lehnt DATEV den Import komplett ab oder importiert in den falschen Mandanten. Die Werte müssen exakt mit denen übereinstimmen, die der Steuerberater in DATEV pflegt.
Brauche ich für EXTF-Export eine DATEV-Lizenz?
Nein. Das EXTF-Format ist von DATEV als offene Spezifikation veröffentlicht. Jedes Tool darf EXTF-Dateien erstellen, ohne DATEV-Lizenz zu zahlen. Nur der Import-seitig (also beim Steuerberater) wird DATEV-Software benötigt. Vera erstellt EXTF-Dateien aus E-Rechnungs-Daten heraus, ohne dass du eine DATEV-Software brauchst.
DATEV-Export ohne DATEV-Software
Vera erstellt EXTF-Dateien direkt aus deinen Rechnungen. Du gibst Beraternummer und Mandantennummer einmal ein, der Rest läuft automatisch.
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